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| Aufnahme: Badische Zeitung |
Ökonomisierung bezeichnet die Ausbreitung des
Marktes samt seinen Prinzipien und Prioritäten auf Bereiche, in denen
ökonomische Überlegungen in der Vergangenheit eine eher untergeordnete
Rolle spielten bzw. die solidarisch oder privat organisiert waren.
Das führt dazu, dass die Wirtschaft in andere Subsysteme (Familie,
Medien, Politik, Recht, Medizin, etc.) vordringt und dort ihre
spezifischen Operationen vornimmt, die dort nicht hingehören.
Ökonomisierung meint nicht, dass zusätzlich ökonomische Sichtweisen
(Gewinn/Verlust) neben anderen nicht-wirtschaftlichen Vorgängen
bestehen, sondern dass ökonomische Prinzipien die nicht-ökonomischen
Prinzipien vollständig überlagern. Das passiert dann, wenn jegliche
Grenzziehung zwischen Wirtschaft und dem befallenen Subsystem aufgehoben
wird. Subsysteme wie die Justiz (Recht/Unrecht), Politik
(Legitimität/Illegitimität), Wissenschaft (Wahr/Unwahr), Medien
(Information/Nichtinformation - wobei sich Massenmedien in weitere
Teilbereiche unterteilen: z.B. Nachrichten/Berichte, Werbung und
Unterhaltung) sind dann nicht mehr in der Lage, ihre eigentlichen
Funktionen wahrzunehmen, denn diese Subsysteme können in solch einem
Fall zwischen sich und anderen nicht mehr unterscheiden.
(Quelle: Wikipedia)
Wie weit geht Ökonomisierung?
Beispiel: die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst. Nach der Ölkrise 1980 wurde der Bevölkerung suggeriert, dass dadurch weniger Energiekosten anfallen. Bald wurde jedoch klar, dass es viel teurer wird. Außerdem fanden Mediziner heraus, dass vier von zehn Deutschen wegen der Zeitumstellung über Schlaf- und Konzentrationsstörungen klagen und am Tag nach der Zeitumstellung mehr Unfälle passieren.
Warum wird auf die Zeitumstellung nicht verzichtet?
Ökonomie dient den Menschen - nicht umgekehrt!