Das bedingungslose Grundeinkommen steht für die Idee einem jeden Individuum, ungeachtet seiner Leistung, ein bedingungsloses Recht auf ein existenzgesichertes Dasein zu ermöglichen. Das Grundeinkommen steht auch für eine neue Art der Freiheit. Dieser Blogartikel beschreibt einen Denkprozess, der das Grundeinkommen als soziale Ergänzung zum technischen Fortschritt sieht.
Wir leben in einer Welt, in der die Menschheit einen sehr hohen Lebensstandard durch Automatisierungsprozesse in der Wirtschaft erreicht hat. Doch leider profitieren nicht alle von dieser Entwicklung. Das Ergebnis ist eine soziale Schieflage in der Gesellschaft. Neue Ideen für eine gerechtere Verteilung werden als Träumereien abgestempelt. Eine konstruktive Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen kann so innerhalb der politischen Landschaft nicht entstehen. Wo kämen wir hin, wenn jeder das machen könnte, was er für gut und richtig hält?
"Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht.“
Hilbert Meyer, Professor für Schulpädagogik, Universität Oldenburg
Hilbert Meyer, Professor für Schulpädagogik, Universität Oldenburg
Arbeit neu definieren
Der Begriff Arbeit kann im digitalen Zeitalter neu definiert und diskutiert werden. Arbeitsquantität- und Qualität haben sich verändert. Die Produktivität, gerade durch den Einsatz von Maschinen, wurde enorm gesteigert, was dazu führt, dass immer weniger menschliche Arbeit benötigt wird. Der Dienstleistungssektor wächst enorm - doch auch hier wird bereits automatisiert- , so dass das entstandene Arbeitsvakuum für Erwerbsarbeit immer weiter anschwillt. Das Resultat ist ein sinkender Anteil von erwerbstätigen Menschen gegenüber Menschen, deren Einkommen sich aus anderen Einkünften generiert. Erwerbstätig sein um Einkommen zu erhalten - beide Dinge entkoppeln sich.
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| Grundeinkommen Film: Ein Kulturimpuls |
Mittlerweile hat sich ein Niedriglohnsektor etabliert, da mehr Arbeiter auf eine Stelle kommen, so dass es immer jemanden gibt, der die Arbeit für noch weniger Geld erledigt. Daraus ergibt sich ein Einkommensproblem für weite Teile der Gesellschaft. Die Freiheit, die der wirtschaftliche und technologische Fortschritt hervorgebracht hat wird nicht genutzt. Es könnte gesagt sagen: Viele Menschen hätten Angst vor zu viel Freiheit. Aber diese Angst ist ein historisches Phänomen, das sich durch die Jahrhunderte menschlicher Geschichte zieht. Wie vor der Einführung der Demokratie, der Realisierung des Frauenwahlrechts oder der Abschaffung der Sklaverei, hat der Mensch eine Entschuldigung dafür entscheidende Schritte als unmöglich zu sehen. Aber die Geschichte zeigt...
"Es geht ganz gut, was alles nicht geht."
Enno Schmidt, Grundeinkommen Schweiz
Enno Schmidt, Grundeinkommen Schweiz
Der Ausspruch von Karl Marx in "Kritik des Gothaer Programms": „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“ klingt daher sehr provokativ, fast anarchisch. Es könnte gedacht werden: Bedürfnisse des Menschen seien nur Spiel, Spaß und Lebensfreude. Effektives Handeln sei nur möglich, wenn ein Mensch gezwungen wird oder keine Wahl hat. Aber ist dies nicht ein Vorurteil, so wie sich jemand sehr vorschnell Vorurteile über Menschen bildet, die er nicht kennt? Ist Arbeit denn kein Bedürfnis? Ist der Mensch denn nicht bereit anstrengender Arbeit zu machen, wenn der Sinn stimmt, oder diese notwendig ist?
Sinnvolle Arbeit würdigen
Arbeit, meist soziale, künstlerische oder ehrenamtliche Tätigkeiten, deren Endprodukt nicht physisch oder im direkten Gegenwert mit einer Ware (oder Geld) stehen, werden nicht oder nur geringfügig anerkannt. Dabei sind diese doch eine wichtige Säule für die Gesellschaft.
Niedriglohnjobs nagen an den Nerven und letztendlich auch an der Arbeitsmotivation der Betroffenen, so dass Arbeiten an sich unattraktiv wird. Geldverdienen besitzt aber einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Viele definieren ihren gesellschaftlichen Status an der Menge ihres verdienten Geldes und messen sich nicht an dem, was sie eigentlich tuen oder erreicht haben.
Gerade dadurch ergibt sich für die neue Generation eine Form der Perspektivlosigkeit. Die Generation Praktikum, Minijob, Niedrigjob, Existenzangst, all das ist nicht förderlich für das Leben eines jungen Menschen.
Brauchen wir ein Grundeinkommen? Aus meiner Sicht wäre es ein logischer Schritt. Möglicherweise auch dahingehend den Wert des Geldes zu minimieren und den des Menschen zu steigern.
"Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."
Götz W. Werner
"Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe."
Götz W. Werner


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