...fragt sich der besorgte Leser, wenn er diese Zeilen in der Süddeutschen Zeitung entdeckt:
Polizei erklärt Hamburger Innenstadt zum Gefahrengebiet
Tausende wollen heute in Hamburg für den Erhalt der linksalternativen "Roten Flora" und das Bleiberecht von Flüchtlingen demonstrieren. Die Polizei wappnet sich für mögliche Krawalle - in der Innenstadt dürfen die Beamten auch ohne konkreten Verdacht Menschen in Gewahrsam nehmen.
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Mehrere Tausend Menschen wollen am Adventssamstag in Hamburg für den Erhalt des linksalternativen Kulturzentrums Rote Flora und ein Bleiberecht für Flüchtlinge demonstrieren. Die Polizei wappnet sich für mögliche Krawalle. Aus Sorge vor Ausschreitungen hat sie die gesamte Innenstadt zum "Gefahrengebiet" erklärt. Zwischen 14 und 23 Uhr können Beamte dort ohne konkreten Verdacht Menschen durchsuchen oder in Gewahrsam nehmen sowie Platzverweise erteilen.
"Es besteht die Gefahr, dass gewaltbereite Linksextremisten versuchen werden, in den Innenstadtbereich zu gelangen", begründete die Polizei die Einrichtung des Gefahrengebiets in der Innenstadt. "Dies würde zu erheblichen Gefahren für unbeteiligte Bürger führen." Alle Bürgerschaftsfraktionen hatten zuvor parteiübergreifend zu einem friedlichen Protest aufgerufen. Die Polizei rechnet damit, dass bis zu 6000 Menschen durch das Schanzenviertel ziehen werden. Die Beamten stufen etwa die Hälfte der Teilnehmer als gewaltbereit ein. "Bundesweit wird seit Wochen stark mobilisiert", erklärte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Neben der Großdemonstration sind drei weitere Versammlungen angemeldet.Bleiberecht für Flüchtlinge
Mehr als 2000 Beamte sind den Angaben zufolge im Einsatz. "Das wird wohl einer der größten Einsätze der vergangenen Jahre werden." Gegen 15 Uhr will sich der Demonstrationszug vor der "Roten Flora" in Bewegung setzen, später sind eine Zwischenkundgebung an der Reeperbahn und eine Abschlusskundgebung an der Feldstraße geplant. Der Protest richtet sich gegen eine mögliche Räumung des seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrums "Rote Flora", mit der Eigentümer Klausmartin Kretschmer gedroht hat.Außerdem geht es um ein Bleiberecht für Flüchtlinge und die "Esso-Häuser" an der Reeperbahn. Die Häuser waren in der Nacht zum Sonntag wegen Einsturzgefahr evakuiert worden. Wie an den bisherigen Adventssamstagen wollen auch Unterstützer der "Lampedusa-Flüchtlinge" demonstrieren. Den Aufzug wandelten sie allerdings in eine Kundgebung um - aus Sorge davor, dass die Proteste angesichts des "massiven Polizeiaufgebots" nicht friedlich bleiben, wie die Veranstalter auf ihrer Internetseite erklärten. Bei der Versammlung rechnet die Polizei mit rund 500 Teilnehmern.
Weitere 800 Menschen werden bei der Kundgebung "Die Stadt gehört allen" erwartet, eine weitere Aktion ist unter dem Motto "Versammlung für Versammlungsfreiheit" angemeldet.

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