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| Leonardo DiCaprio in dem Film „Wolf of Wall Street“ Foto: Paramount Pictures |
"Wir leben in einer Wirtschaft, die das Ethos verändert und psychopathische Persönlichkeitsmerkmale belohnt." schreibt Paul Verhaeghe, klinischer Psychologe, Psychoanalytiker und Professor an der Universität Gent in seinem Beitrag für die Wochenzeitung der freitag
"Permanente Evaluationen am Arbeitsplatz führen zu einem Verlust von
Autonomie und einer steigenden Abhängigkeit von externen Normen, die
sich darüber hinaus ständig ändern. Dies führt zu dem, was der
Soziologie Richard Sennett als „Infantilisierung der Angestellten“
bezeichnet hat. Erwachsene Menschen zeigen kindliche Gefühlsausbrüche;
Nichtigkeiten erwecken Neid und Eifersucht („Sie hat einen neuen
Bürostuhl bekommen und ich nicht!“). Sie greifen zu Notlügen und Betrug,
freuen sich über den Misserfolg anderer und kultivieren kleinliche
Rachegefühle. Das alles sind die Folgen eines Systems, das die Menschen
systematisch daran hindert, selbständig zu denken und die Mitarbeiter
eines Unternehmens nicht wie erwachsene Menschen behandelt.(...) Unsere Gesellschaft behauptet permanent, jeder könne es schaffen, wenn
er sich nur genügend anstrenge, während sie gleichzeitig bestehende
Privilegien immer weiter zementiert und ihre erschöpften Mitglieder
stärker unter Druck setzt. Immer mehr Menschen schaffen es nicht, den
eigenen Ansprüchen zu genügen, und fühlen sich deswegen schlecht, machen
sich Vorwürfe und schämen sich. Es wird uns immer wieder gesagt, wir seien so frei, unser Leben zu
gestalten, wie niemals zuvor, doch außerhalb der Erzählung vom
individuellen Erfolg hat diese Freiheit recht enge Grenzen. Wer
scheitert, wird als Verlierer oder Schnorrer abgestempelt, der die
sozialen Sicherungssysteme missbraucht."
Grundeinkommen befreit die Menschen davon!
Grundeinkommen befreit die Menschen davon!

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