...gab heute ein fulminantes Willkommenskonzert für die in Potsdam-West eingetroffenen Flüchtlinge.
| Die Band begeisterte das Publikum in der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule |
"Im Deutschlandradio Kultur die Band "Strom und Wasser featuring the
Refugees". MC Yakzy Yakz war das mit Olga zusammen mit den Titel "Heart
to Main Tain". Im Studio ist der Kopf hinter diesem Projekt, mit
Flüchtlingen aus deutschen Heimen Musik zu machen, Heinz Ratz. Eine CD
erscheint jetzt, und eine Tour hat gerade begonnen. Herr Ratz, dieser
Rapper aus Somalia, Yakzy Yakz, kam über Polen nach Deutschland, soll
abgeschoben werden, im Augenblick läuft eine Bundestagspetition. In
einer für die Flüchtlinge essentiellen Situation wie dieser, haben die
da nicht eigentlich andere Dinge im Kopf als Musik?
Ratz: Doch, die haben oft andere Dinge im Kopf als Musik, aber die Musik ist natürlich auch etwas, was sie ein Stück weit seelisch am Leben hält. Also die Selbstmordrate unter den Flüchtlingen ist enorm hoch, es haben sich sieben Flüchtlinge mittlerweile umgebracht, die ich kennengelernt habe - also keine Musiker, aber die ich in diesen Lagern kennengelernt habe.
Und die Depressionen, die Ängste, das ist so gewaltig eigentlich, denn man muss sich vorstellen, solange sie kein Asylverfahren bejahend abgeschlossen haben, kann es sein, dass die Polizei einfach kommt - und die kommen meistens um halb fünf Uhr morgens und stecken dann die Leute ins Flugzeug, und das kriegen sie dann mit, weil sie in Containern leben, wo man einfach jedes Geräusch mithört, und da ist natürlich die Musik was wirklich Tolles.
Deswegen sammel ich übrigens auch auf den Konzerten immer Instrumente für die Flüchtlingslager, denn wenn dort irgendwie Musik gemacht wird, dann ist das irgendwie ein Trost. Das ist, glaube ich, ein Phänomen, das schon immer den Menschen begleitet hat."
Ratz: Doch, die haben oft andere Dinge im Kopf als Musik, aber die Musik ist natürlich auch etwas, was sie ein Stück weit seelisch am Leben hält. Also die Selbstmordrate unter den Flüchtlingen ist enorm hoch, es haben sich sieben Flüchtlinge mittlerweile umgebracht, die ich kennengelernt habe - also keine Musiker, aber die ich in diesen Lagern kennengelernt habe.
Und die Depressionen, die Ängste, das ist so gewaltig eigentlich, denn man muss sich vorstellen, solange sie kein Asylverfahren bejahend abgeschlossen haben, kann es sein, dass die Polizei einfach kommt - und die kommen meistens um halb fünf Uhr morgens und stecken dann die Leute ins Flugzeug, und das kriegen sie dann mit, weil sie in Containern leben, wo man einfach jedes Geräusch mithört, und da ist natürlich die Musik was wirklich Tolles.
Deswegen sammel ich übrigens auch auf den Konzerten immer Instrumente für die Flüchtlingslager, denn wenn dort irgendwie Musik gemacht wird, dann ist das irgendwie ein Trost. Das ist, glaube ich, ein Phänomen, das schon immer den Menschen begleitet hat."
Interview von Susanne Burg (gekürzt) von April 2012
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